
Was ist der Konjunktiv?
Konjunktiv verwenden wir im Deutschen für Situationen, die nicht real, sondern nur möglich sind, z. B. wenn wir uns etwas vorstellen oder wünschen, Konjunktiv finden wir auch im Hauptsatz von irrealen Konditionalsätzen oder wenn wir eine Äußerung in der indirekten Rede wiederholen.
Lerne in unserer Erläuterung den Unterschied zwischen Konjunktiv I und Konjunktiv II in Bildung und Verwendung. In den Übungen kannst du dein Wissen testen.
Konjunktiv I
Konjunktiv I finden wir hauptsächlich in Zeitungstexten und Nachrichten, wenn Aussagen in der indirekten Rede wiedergegeben werden. Aber auch in einigen festen Wendungen kommt Konjunktiv I vor.
Beispiel
Nachrichten
Hoch lebe das Geburtstagskind! Zu seinem 90. Geburtstag sagte der Schauspieler, er habe sich noch nie so jung gefühlt.
Wann verwendet man Konjunktiv I?
Konjunktiv I verwenden wir für:
- einige feste Wendungen
Beispiel:
Hoch lebe das Geburtstagskind!
- indirekte Rede (in der Umgangssprache bevorzugen wir aber oft Indikativ, siehe Indirekte Rede)
Beispiel:
Er sagt, er habe sich noch nie so jung gefühlt.
Wie bildet man Konjunktiv I?
- Nur das Verb sein ist im Konjunktiv I noch in allen Formen üblich:
ich sei, du sei(e)st, er sei, wir seien, ihr seiet, sie seienBeispiel:
Er sagte, sie seien im Kino.
- Bei allen anderen Verben verwenden wir Konjunktiv I meist nur noch in der 3. Person Singular (er/sie/es/man). Dazu müssen wir nur das n vom Infinitiv entfernen. (Die Modalverben sind noch in der 1. und 3. Person Singular üblich.)
Beispiel:
haben – er habe
schreiben – er schreibe
müssen - ich müsse, er müsse - In der 2. Person (du/ihr) unterscheiden sich Konjunktiv I und Indikativ nur durch das e beim Konjunktiv I. Oft bevorzugen wir deshalb Konjunktiv II – so lässt sich die Form besser vom Indikativ unterscheiden.
Beispiel:
du träumst – du träumest
ihr geht – ihr gehet - Für die 1. Person Singular (ich) und die 1./3. Person Plural (wir, sie) unterscheidet sich Konjunktiv I nicht vom Indikativ. Deshalb müssen wir für diese Personen Konjunktiv II verwenden. (Ausnahme: Modalverben - siehe oben)
Beispiel:
„Sie gehen joggen.“ – Er sagt, sie gingen joggen. (Konj. II)
Beispiel für deutsche Zeiten im Konjunktiv I
Den Konjunktiv I können wir im Präsens, Perfekt und Futur bilden. In der folgenden Übersicht gibt es für jede Zeitform je ein Beispiel für Verben, die das Perfekt mit haben/sein bilden.
| Konjunktiv I | ||
|---|---|---|
| Präsens | er gehe | er sage |
| Perfekt | er sei gegangen | er habe gesagt |
| Futur I | er werde gehen | er werde sagen |
| Futur II | er werde gegangen sein | er werde gesagt haben |

Vor über zweihundert Jahren brachte der Beginn der industriellen Revolution raumgreifende gesellschaftliche, politische und natürlich wirtschaftliche Umwälzungen mit sich, die noch heute das europäische Weltbild prägen. Neben anderen technischen Innovationen ist einer der wesentlichen Ausgangspunkte dieser Entwicklung eine einzelne Erfindung, die den wirtschaftlichen Produktionsprozess revolutionierte und damit die Wegbereiterin der Massenproduktion wurde: Die Dampfmaschine.
Im Geschichtsunterricht wird als zentrales Datum für die Erfindung der Dampfmaschine meist das Jahr 1769 angegeben. Tatsächlich reicht die Entwicklungsgeschichte aber etwas weiter zurück.Erste Vorläufer finden sich bereits in der griechischen Antike. Dennoch vergingen über 1500, Jahre bevor man auf das alte Konzept zurückkommen konnte.
James Watt war nicht der erste, der die Idee der Umwandlung von Dampf in Leistung wiederentdeckte. Stattdessen erfand der Franzose Denis Papin den Vorgänger des Schnellkochtopfs. Im Jahr 1690 präsentierte er den ersten Prototyp einer Dampfmaschine, die mittels Kolben und Zylinder funktionierte. 1698 zog der britische Ingenieur Thomas Savery nach mit einer dampfbetriebenen Vorrichtung, die dabei helfen sollte, Grundwasser in Bergwerken abzupumpen. Der praktische Einsatz war zwar noch nicht allzu rentabel, das Prinzip aber schon ausgeklügelt. 1712 perfektionierte der Konstrukteur Thomas Newcomen das Prinzip und entwickelte die atmospärische Dampfmaschine, die schon sehr viel effizienter arbeitete als die von Savery, aber immer noch nicht wirklich vollkommen war. Im Jahr 1769 krönte dann die Erfindung und Patentierung der doppelt wirkenden Dampfmaschine durch James Watt den Entstehungsprozess. "Doppelt wirkend" bedeutet, dass der Zylinder abwechselnd und beidseitig mit Dampf befüllt wurde. Der Wirkungsgrad der Maschine lag dabei bereits bei fast drei Prozent. Watt rechnete die Leistungskraft der Maschine um und führte die Einheit der Pferdestärke ein, um sie zu messen.
1816 wird in Österreich die erste Dampfmaschine aufgestellt. Anderthalb Jahrzehnte später waren bereits 18 Maschinen in Betrieb. Auch der Auf- und Ausbau der Eisenbahnlinien nahm schnell einen hohen Stellenwert ein. Das neue Transportmittel, das zu Anfang als dampfschnaubendes, furchteinflößendes Ungetüm noch einige Zweifel auf sich zog, löste bald herkömmliche Transportmethoden in ihrer Vormachtstellung ab. Dennoch setzte sich die Dampfmaschine in Österreich zunächst nur sehr langsam durch. Dies lag zum einen daran, dass die Wasserkraft der Flüsse, die zuvor als Antrieb der Metall- und Textilbetriebe die wesentlichste Rolle gespielt hatte, reichhaltig zur Verfügung stand. Zudem wurden die industriellen Dampfmaschinen mehr und mehr mit Steinkohle beheizt, was in Österreich aufgrund der geringen Steinkohlevorkommen problematisch war. Im Gegenzug konnten aber durch den fortlaufenden Ausbau der Eisenbahnen neue Transportwege erschlossen werden und Steinkohlevorkommen aus entfernteren Regionen ausgeschöpft werden.
(Quelle:https://www.geschichte-oesterreich.com/erfindungen/dampfmaschine.html)




























